Anspannung:
Eine natürliche Reaktion auf Stress.

Anspannung – ein alltägliches Phänomen, das wir alle kennen und das uns in unterschiedlichen Situationen begegnet. Egal ob vor einer Prüfung, einem Auftritt oder einem wichtigen Event, Anspannung ist ein Teil unseres Lebens.  

Aber warum genau sind wir angespannt in solchen Situationen? Und warum geht die Anspannung manchmal nicht weg? Schauen wir gemeinsam wie Anspannung entsteht und warum so viele Menschen damit zu kämpfen haben.

Anspannung ist eine physiologische Reaktion unseres Körpers auf Stress. Sie ist der Bereitschaftsmodus, der es uns ermöglicht, schnell und effizient auf potenzielle Gefahren oder Stressreize zu reagieren. Sobald wir mit einem stressauslösenden Reiz oder einer herausfordernden Situation konfrontiert werden, tritt Anspannung meist automatisch ein.

Wie entsteht Anspannung? Unser Nervensystem spielt bei der Entstehung von Anspannung eine entscheidende Rolle, insbesondere der Sympathikus, als Teil des autonomen Nervensystems (der Autopilot unseres Körpers). Er sorgt dafür, dass unser Körper in Stresssituationen auf Hochtouren läuft, um entweder kämpfen oder fliehen zu können. In Sekundenschnelle erhöht sich unser Herzschlag, die Blutgefäße verengen sich, die Pupillen erweitern sich, die Muskulatur spannt sich an, der Magen zieht sich zusammen, und wir fangen an zu Schwitzen. All diese Veränderungen bereiten uns auf eine schnelle und intensive Reaktion auf eine stressauslösende Situation vor.

Video zum Thema Anspannung:
Eine natürliche Reaktion auf Stress

Anspannung ist der biologische Bereitschaftsmodus, um schnell und effizient auf Gefahren zu reagieren.

Warum geht die Anspannung nicht immer weg? Der Sympathikus bereitet uns nicht nur auf eine schelle intensive Reaktion vor, er sorgt auch dafür, dass die Anspannung länger anhalten kann, für den Fall, dass der „Gefahrenreiz“ nicht blitzschnell beseitigt werden kann.

Dazu werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin in die Blutlaufbahn freigesetzt. Sie verstärken die Effekte des Sympathikus über längere Zeit (bis zu Tagen). Diese Hormone steigern unseren Stoffwechsel und setzten somit erhöhte Mengen an Brennstoff für den Körper frei. Der Blutzucker ist ein Beispiel für diese Brennstoffe. In Stresssituationen steigt unser Blutzuckerspiegel deutlich an. Der Abbau dieser Hormone benötigt meist eine längere Zeit und die Wiedereinspeicherung des Blutzuckers benötig Insulin, welches erst produziert wird, wenn der Parasympathikus wieder aktiv wird. 

autonomes nervensystem

Stress und Anspannung: Anspannung ist eng mit Stress verbunden. Da Stress zum Leben dazu gehört, gibt es keinen Weg, Anspannung komplett zu vermeiden. Also müssen wir lernen, allgemein besser mit Stress und seinen körperlichen Folgen umzugehen, um uns weniger angespannt zu fühlen. Übrigens ist kurz anhaltender Stress (z.B. Sport) sogar gesundheitsförderlich. Es sind vielmehr die alltäglich wiederkehrenden Stressoren (z.B. Konflikte am Arbeitsplatz, überhöhte Anforderungen), wegen denen wir uns oft angespannt und belastet fühlen.

Der Parasympathikus: Das autonome Nervensystem besteht nicht nur aus dem Sympathikus, sondern auch aus dem Parasympathikus. Der Parasympathikus reguliert die Körperfunktionen in Ruhephasen und sorgt für Erholung und Energieaufbau nach Stresssituationen. Viele Menschen und Experten unterliegen dem Irrtum, dass der Parasympathikus der Gegenspieler des Sympathikus ist und alleine für Entspannung zuständig ist. In der Realität arbeiten die beiden Systeme Hand in Hand, die Systeme kooperieren. In Stresssituationen kann der Parasympathikus seine Regulations- und Erholungsfunktion nicht erfüllen, weil der Sympathikus im Notfallmodus ist und Energie benötigt.

Sympathikus und Parasympathikus arbeiten Hand in Hand.

Streben nach Entspannung hilft nicht gegen Anspannung. Die Flut an Entspannungsangeboten und -mittelchen der heutigen Zeit suggeriert oft, dass schnelle und einfache Abhilfe gegen (chronische) Anspannung möglich sei. Diese Angebote profitieren von der vereinfachten Annahme, das Entspannen gegen Anspannung hilft.

Doch Anspannung kann nicht einfach durch Entspannung abgeschaltet werden. Entspannung ist nämlich auf die reduzierte Aktivität des Sympathikus zurückzuführen. Und das geht nicht alleine durch Entspannung, es benötigt den aktiven Abbau der Anspannung. Ein weiteres Problem für viele Menschen ist die Bewertung von Anspannung. Wenn man Anspannung als unangenehm wahrnimmt und nicht weiß, was man dagegen tun soll, dann wird die eigene Anspannung zum „Gefahrenreiz“. Man fühlt sich gestresst, weil die Anspannung nicht weggeht. Ergebnis ist, die Anspannung wird weiter verstärkt. Ein Teufelskreis.

Was sind die Folgen von chronischer Anspannung? Chronische Anspannung und Belastung können eine Vielzahl von gesundheitlichen Folgen mit sich bringen. Neben Schmerzen in den betroffenen Regionen (Rücken, Nacken, Kopf) besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Migräne, Bluthochdruck, Diabetes, eine reduzierte Immunabwehr und sogar die Ausbildung von Geschwüren.

Verspannungen, Muskelschmerzen, Migräne, Bluthochdruck, Diabetes können alles Folgen von chronischer Anspannung sein.

Was kann ich gegen meine Anspannung tun? Diese Frage stellen sich sehr viele Menschen. Doch die Frage ist leider nicht hilfreich. Es geht nicht darum etwas gegen die Anspannung zu tun, sondern mit der Anspannung zu tun. Nur wenn wir uns mit ihr auseinandersetzen und die Anspannung aktiv angehen, dann werden wir nicht nur Entspannung erfahren, sondern noch viel mehr. Dann lernen wir unsere Anspannung für unser Wohlbefinden zu nutzen.

Wie kann man mit Anspannung umgehen? Der anhaltende Kampf gegen die Anspannung ist sehr anstrengend, erschöpfend und nicht entspannend. Er führt eher sogar zu mehr Anspannung. Also ist es empfehlenswert den Kampf gegen die Anspannung aufzugeben und eine neue Strategie anzuwenden. Betrachtet man Anspannung neutral, dann steht sie dafür, dass unser Körper zu Hochtouren auffahren möchte und gerade sehr viel Energie freigesetzt wurde. Diese Energie sollte aufgebraucht werden. Der einfachste und womöglich natürlichste Weg, Anspannung loszuwerden, ist sportliche Aktivität. Durch die Nutzung der Muskeln, wird die freigesetzte Energie aufgebraucht und es kommt dann zu einer Ermüdung der Muskeln. Außerdem werden beim Sport problematische Denkmuster wie Grübeln oder Sorgen unterbrochen. Das signalisiert dem autonomen Nervensystem, dass nun Erholung und Regeneration angesagt ist. Der Sympathikus beruhigt sich und der Parasympathikus kann seine Wirkung entfalten. Für regelmäßigen Sport spricht auch seine antidepressive und immunisierende Wirkung. So kann man Anspannung sogar nachhaltig nutzen, um die Stimmung und die Gesundheit zu verbessern.  

Sport ist ein natürlicher Weg, Anspannung effektiv abzubauen.

Fazit: Anspannung ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf Stress und gehört zum Leben dazu. Obwohl wir Anspannung nicht direkt beeinflussen können, können wir lernen, mit ihr umzugehen und sie durch bewusstes Handeln, z.B. regelmäßiger Sport, aktiv abzubauen. Entspannung tritt erst ein, wenn Anspannung abgebaut wird. Der proaktive Umgang mit Anspannung hat neben der erwünschten Entspannung auch weitere positive Effekte auf unser Wohlbefinden, wie z.B. Zufriedenheit und körperliche Fitness.

Birbaumer, N., & Schmidt, R. F. (2010). Biologische Psychologie (7. Ausg.).  Heidelberg: Springer.

Hoyer, J., & Knappe, S. (2020). Klinische Psychologie & Psychotherapie (3. Ausg.). Berlin: Springer.

Myers, D. G. (2014). Psychologie (3. Ausg.). Berlin Heidelberg: Springer.

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Teamsupervision ist eine Investition in die Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung des Unternehmens. Geringere Konflikte und psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz stellen eine Verbesserung der Unternehmenskultur, reduzieren die Personalfluktuation und krankheitsbedingte Fehlzieten. Der Schwerpunkt des Supervisionsangebotes von mind:co liegt im empowerment von Teams und der Steigerung ihrer Selbststeuerungskompetenz im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten. Folgende Ziele sind im Rahmen von Teamsupervision umsetzbar:

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